Natur gestalten
Zweckbestimmung von Landschaftsbauten
Planung und Beratung
Einsatzbereiche von Landschaftsgärtnern
Grundlegende Arbeitstechniken und Vorgehensweisen
Maschinen und Werkzeuge
Geologische und vegetative Gegebenheiten
Landschaftsgärtner gestalten Natur. Auf der Grundlage der geologischen und vegetativen Gegebenheiten und der beabsichtigten Nutzung werden durch sie selbst oder durch Landschaftsarchitekten Konzeptionen und Pläne entwickelt. Diese werden dann vermittels Erdbewegungen, die Schaffung und Errichtung verschiedenster baulicher Komponenten, durch Pflanzungen und Aussaaten teils unter Einbeziehung, teils unter vorheriger Entfernung des Vorhandenen, realisiert. Und natürlich im Weiteren durch die Landschaftsbauer regelmäßig gepflegt und erhalten.
Zweckbestimmung von Landschaftsbauten
Mit der Errichtung von Landschaftsbauten können verschiedene Zwecke einzeln oder in Kombination verfolgt werden:
- Umweltverschönerung durch ästhetische Formgebung
- natürliche Abgrenzung und Markierung verschiedener Nutzungs- oder Eigentumsbereiche
- spezifische Gestaltung von Flächen und Landschaften für definierte partielle Nutzungszwecke wie Fortbewegung, Spiel, Ruhe, Geselligkeit, aber auch als gärtnerische Nutzfläche
- Schaffung von komplexen oder solitären Erlebniswelten wie Themengärten, Tiergärten, Spielplätzen
- Sichtschutz
- Etablierung von Sicherheitszonen zwischen Verkehrsflächen
- Lärmbegrenzung oder Minimierung anderer Belastungen
- Luftverbesserung
Planung und Beratung
Je umfangreicher und komplexer die zu gestaltende Landschaft ist, desto intensivere, fachlich spezialisierte Vorarbeit erfordert sie. Große Anlagen wie Golf- oder Sportplätze, Parks und auch begrünte Fußgängerzonen beispielsweise entstehen, ähnlich wie Gebäude oder andere Bauwerke, zuerst am Reißbrett oder heute jedenfalls häufiger am PC eines Landschaftsarchitekten. Dreidimensionale Planungssoftware schafft die Möglichkeit der Anschaulichkeit.
- Klar definierte Bestimmung des Objektes
Voraus gehen eine genaue Definition der künftigen Nutzungsabsichten seitens des Bauherren, sowie eine detaillierte Vermessung, bei größeren Projekten in der Regel inklusive der präzisen bodenkundlichen und vegetativen Kartierung des Vorhandenen seitens des Landschaftsbauspezialisten. Erfasst wird nicht nur der Pflanzenbestand, sondern ebenso die Tierwelt. Gegebenenfalls werden existierende natürliche Biotope in die Planungen einbezogen, werden vorhandene seltene Pflanzen oder Tiere geschützt und ihr Lebensraum bewahrt.
- Eigenarten der Regionen
Regionale Besonderheiten berücksichtigen Teil einer landschaftsgärtnerischen Planung ist häufig auch die Erhaltung oder sogar die Rekultivierung von lokalen und regionalen Eigenarten und Besonderheiten . So werden auf Sylt traditionelle Saumaufschüttungen um die Grundstücke gezogen und mit Findlingen befestigt, während in manchen Dörfern der Hocheifel die ortstypischen Gehöfte von mehrere Meter hohen Hecken umrahmt werden. Zumal bei Großanlagen geht es häufig auch darum, Bodenstrukturen und Formen zu bewahren. Natur gestalten und Natur erhalten sind die Zielstellungen des Garten- und Landschaftsbaues.
- Synthese von Architektur und Natur
Außenanlagen von öffentlichen oder privaten Gebäuden bilden das Verbindungsglied zwischen Architektur und Natur und widerspiegeln zudem häufig die Persönlichkeit des Bauherrn, sind Ausdruck seiner ästhetischen oder funktionalen Vorlieben.
Zumal die nach wie vor sehr beliebten Hausgärten verbinden dabei Ästhetik und Nutzen auf ganz eigene Weise. Für private Häuslebauer ist der Garten, ist das Grün um die eigenen vier Wände die perfekte Komplettierung des privaten Paradieses: Ein Stück Natur nach den eigenen Wünschen geformt.
Die Planung im Landschaftsbau ist nicht immer eine am Schreibtisch durchgeführte theoretische Vorarbeit, sondern kann durchaus auch seitens des ausführenden Landschaftsbaubetriebes unter Einsatz der Erfahrungen und des kreativen Potenzials der Mitarbeiter vor Ort in der Debatte mit dem Bauherrn vorgenommen werden.
- Garten so gut wie der Plan
Grundsätzlich gilt aber in jedem Falle: Voraussetzung für einen schönen Garten ist ein guter Plan. Dazu ist es erforderlich, dass der Auftraggeber seine Wünsche und Vorstellungen klar und eindeutig artikuliert und der Landschaftsbauer dies auch genau so versteht, wie der potenzielle Kunde es gemeint hat. Um also Missverständnisse zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Vorstellungen selbst bei kleineren Objekten zumindest in Skizzen festzuhalten und diese dem Angebot beizufügen. In der Regel wird das Angebot ohnehin schriftlich vorgelegt und neben den Planungen auch die akribisch dokumentierten Ergebnisse der Bestandsaufnahme beinhalten.
- Kostenkalkulation
Kostentransparenz schafft zufriedene Kunden Ein nicht immer einfach zu bewältigendes Thema ist die Vorabermittlung der entstehenden Kosten. Dabei ist es noch relativ einfach, die benötigten Materialien zu kalkulieren. Bei der Ausführung der Arbeiten treten allerdings gelegentlich unvorhersehbare Schwierigkeiten auf. Trotzdem erwartet der Kunde einen möglichst präzisen Kostenvoranschlag. Schlimmstenfalls bleibt der Gartenbaubetrieb dann auf einem Teil der Kosten sitzen. Hier erweist es sich immer wieder als hilfreich, wenn sich Landschaftsbaubetrieb und Kunde auf der Basis gegenseitigen Vertrauens von vornherein einen gewissen Spielraum offenhalten. Vielfach sind Arbeiten im Bereich der Garten- und Landschaftsgestaltung auch insofern nicht eindeutig kalkulierbar, dass es sich nicht um nach festliegenden Normen auszuführende Tätigkeiten handelt, sondern jedes Projekt faktisch ein kreatives Unikat darstellt.
- Größtmögliche Transparenz - höchste Zufriedenheit
Gleichwohl wird der GaLaBau-Fachbetrieb durch effektive Arbeit und detaillierte Nachweise der geleisteten Arbeiten seinerseits für größtmögliche Transparenz und auch damit letztlich für eine hohe Kundenzufriedenheit sorgen. Das ist dann zugleich eine gute Voraussetzung, um die Leistungen des Betriebes mit einem Pflegevertrag als Fullservice dauerhaft in Anspruch zu nehmen.
- Beratung zum Selbermachen
Viele Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaues tragen mittlerweile der Tatsache Rechnung, dass der häusliche Garten für immer mehr Menschen Platz der aktiven Erholung sein soll. Sie beraten deshalb Selbermacher bei der Planung und der fachkundigen Ausführung der Arbeiten. Das kann von der einfachen Pflanz- und Pflegeberatung bis hin zur komplexen fachmännischen Begleitung des Heimwerkers mit Rat oder auch Tat bei einer kompletten Neuanlage reichen. Ebenso hat sich das umgedrehte Modell etabliert. Kunden unterstützen den ausführenden Fachbetrieb, in dem sie kleinere Arbeiten in Eigenleistungen übernehmen.
- Finanzierungsmodelle für Hausgärten
Neuerdings bieten Landschaftsbaubetriebe Privatkunden für größere Projekte in Zusammenarbeit mit verschiedenen meist örtlichen Banken auch Hausgartenfinanzierungen an. Inklusive der kompletten Abwicklung und vielfach ohne große bürokratische Hürden.
Einsatzbereiche von Landschaftsgärtnern
Garten- und Landschaftsbauer arbeiten für private Kunden, Unternehmen und öffentliche Auftraggeber. Kommunale Verwaltungen, Krankenhäuser, Schulen und Kirchen zählen dazu. Tätig werden sie vor allem in den folgenden Bereichen:
- Allgemeine Baum-, Pflanzenpflege und Grünflächenpflege
- Außenanlagen von öffentlichen Gebäuden, Industrie und Gewerbe
- Begrünung besonderer Flächen wie Dächer oder Fassaden
- Freizeit- und Sportplätze, Golfplätze, Schwimmbäder, Reitparcours u. ä.
- Freizeitanlagen wie Ferienhaussiedlungen und Erlebnisparks
- Friedhöfe
- Grünflächen und Außenanlagen im privaten und öffentlichen Wohnungs- und Siedlungsbau
- Innenraumbegrünung
- Natur- und Umweltschutz
- Öffentliche Plätze
- öffentliche und private Grünanlagen und Parks
- Park- und Stellflächen
- Stadien
- Straßenbegleitgrün
- Winterdienst
- Zier- und Schwimmteichanlagen
Grundlegende Arbeitstechniken und Vorgehensweisen
- Kreativität und dreidimensionales Denken - Pläne Realität werden lassen
Landschaftsbauer mit langjähriger praktischer Erfahrung schwören vor allem auf Ideenreichtum und Fantasie. Nach den Wünschen und Vorstellungen des Kunden also ein dreidimensionales Bild zuerst im Kopf und dann tatsächlich in der Landschaft entstehen zu lassen, definieren sie als die hohe Kunst des Garten- und Landschaftsbaues. Auch wenn der Landschaftsbauer die Entwürfe nicht selbst entwickelt, sondern nach der Vorlage eines Landschaftsarchitekten zu arbeiten hat, hängt der Erfolg letztlich von seiner Fähigkeit ab, die Pläne in natura genau so zu umzusetzen, wie es vorgesehen war. Dazu bedarf es neben der fachlichen Fähigkeit des Zeichnunglesens des Augenmaßes, eines Metermaßes und einer Wasserwaage, heißt es. Die Sollgrößen werden allerdings heute nur noch in seltene Fällen mit diesen klassischen Instrumenten ermittelt. Stattdessen finden vielfach moderne Lasermessgeräte Anwendung.
- Baustellen einrichten und organisieren
Die Baustellenorganisation so effizient wie möglich auf die technologischen Abläufe auszurichten und zugleich so angenehm wie möglich für den Kunden zu machen, ist vor allem bei Arbeiten rund um bewohnte Immobilien ein Anspruch, den viele GaLaBau-Betriebe an sich selbst stellen. Dazu gehört es, Belastungen und Belästigungen durch Schmutz, Lärm oder anderweitige Begleitumstände weitgehend zu minimieren.
Zeitgenaue Materialanlieferung und die termingerechte Bereitstellung von Maschinen gehören ebenso zu einer professionellen Baustellenorganisation, wie die Vermeidung von unnötigen Stillstands- und Wartezeiten.
- Erd- und sonstige vorbereitende Arbeiten
Erdarbeiten werden mit leichter und schwerer Technik, aber auch mit handgeführten Werkzeugen ausgeführt. Ausheben, Graben, Planieren, Abtragen und Auftragen von Erdmassen, Verladen und Verteilen, Verdichten und Lockern sind typische Tätigkeiten bei der Vorbereitung des Erdreiches für die künftigen Gestaltungen. Zuvor sind gegebenenfalls Altgehölze sachgerecht zu fällen, oder stufenweise abzutragen, Wurzeln zu roden oder auszufräsen und das Schnittmaterial zu entsorgen.
- Winterdienst
Zu den von GaLaBau-Betrieben angebotenen Dienstleistungen gehört häufig auch der Winterdienst, sowohl bei den ohnehin betreuten Landschaften und Flächen, aber auch darüber hinaus. Dazu werden vielfach sowieso vorhandene Transportfahrzeuge mit zusätzlichen Kehr- und Schiebeeinrichtungen ausgerüstet. Je nach örtlichen Voraussetzungen wird aber durchaus auch mit Schneeschieber und Besen gearbeitet.
Maschinen und Werkzeuge
- Klassisches vor allem für die Handarbeit
Zu den klassischen Werkzeugen eines Landschaftsbauers zählen Schaufel, Schubkarre, Spaten, Harke, Hacke, Kreuzhacke, Ramme, Rüttler, Sägen, verschiedene Baum- und Heckenscheren, aber auch schon mal solche Dinge wie Maurerkellen, Gummi- oder Pflasterhämmer, Mörtelmischer, und die eine oder andere Gerätschaft aus der Holz- und Metallverarbeitung.
- Bandmaß und Laserlot
Auch wenn die Wasserwaage nach wie vor eines der wichtigsten Handwerkzeug ist, in der Praxis wird vielfach mit den verschiedensten Lasermeßgeräten gearbeitet, mit Nivellieren, optischen Loten, Winkelmessgeräten, sogenannte Theodoliten, und Messlatten. Auch einfache Streckenmessgeräte wie Bandmaß und Zollstock kommen aber noch immer zum Einsatz. Bei der Verlegung der verschiedenen Wege- und Kantensteine, bei der Errichtung von Terrassen oder beim Bau von Trockenmauern, um nur einige Beispiele zu nennen.
- Moderner Maschinenpark
Der Maschinenpark hat sich in den vergangenen Jahren stetig erweitert und modernisiert. Nicht nur, dass heute Baumsägen oder Scheren mit Benzin- oder Elektromotoren angetrieben werden. Da gibt es Steinsägen, Maschinen, die Pflanzlöcher für Bäume ausheben und diese auch gleich einsetzen, die verschiedensten, unterschiedlich dimensionierten Bagger und Transporter, universell bestückbare Geräteträger, Rasenmäher, elektrische Sensen, Vibrationsstampfer und Rüttelplatten, oder Bodenfräsen. Für den Baumschnitt sowie die Dach- und Fassadenbegrünung finden auch Hebebühnen Verwendung. Zum Betrieb der elektrischen Handgeräte führen die Bautrupps häufig auch ein mobiles Stromaggregat mit.
Nicht zuletzt auf Grund dieser hohen Mechanisierung der einst sehr schweren körperlichen Arbeit ist der Beruf des Landschaftsbauers heute auch bei immer mehr Mädchen sehr beliebt.
(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.Landschaftsbau.de
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